Zentralmatura
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Sehr geehrte Eltern!

 

Die neue Zentralmatura (standardisierte kompetenzorientierte Reife- und Diplomprüfung) wird erstmals an der AHS ab dem Schuljahr 2013/14 und der BHS ab 2014/15 bundesweit durchgeführt.


Nach unseren Informationen und Wahrnehmungen können wir nicht bestätigen, dass „alles termingerecht auf Schiene“ sei, wie es das Bundesministerium behauptet. Die immer öfter artikulierten Sorgen der Schülerinnen und Schüler sind aus unserer Sicht mehr als berechtigt.

 

Neben Unstimmigkeiten in Deutsch ist vor allem im Fach Mathematik die Situation sehr kritisch und brisant:

Während in Englisch seit Jahren großflächige Schulversuche zur Feinjustierung der Matura laufen, tappen Lehrkräfte und SchülerInnen in Mathematik, im Dunkeln.

Die wichtigsten Punkte:

 

-    Es stehen noch immer viel zu wenig approbierte Lehrbücher zur Verfügung (auch wenn das Ministerium das Gegenteil behauptet)
-    Entsprechende Vorbereitung in der Aus- und Fortbildung der LehrerInnen greifen noch immer nicht.
-    Der Lehrplan ist bisher nicht an die neue Matura angepasst
-    Der Unterricht in der Oberstufe erfolgt vielfach vollkommen anders, als die neue Matura es erfordert
-    Die Mathematik-Zentralmatura soll erst in diesem Schuljahr in einem Schulversuch erprobt werden. Die Erprobung beginnt also erst, wenn die erste davon betroffene SchülerInnengeneration bereits in der siebenten Klasse sitzt.

-    Der Einsatz erlaubter Hilfsmittel (z.B. Taschenrechner, Wörterbücher), derzeit bei jeder Schularbeit durchgängig erlaubt, ist nicht gesichert – es wurden zuletzt sehr widersprüchliche Aussagen der Verantwortlichen wahrgenommen …

 

Schulunterricht und schulisches Lernen müssen unbedingt so ausgerichtet werden, dass die abschließende Reifeprüfung darauf aufbauen kann!

 

Wann sollen Fein- und Nachjustierungen erfolgen?

 

Wann sollen die SchülerInnen endlich das üben, was bei der Mathematik-Matura von Ihnen verlangt wird?


 

Ein Blick auf die BIFIE-Website https://www.bifie.at/node/80 bringt ebenfalls wenig Licht ins Dunkel der Mathematik-Matura.

 

Die Fakten zusammengefasst:

 

-    Am 21. Oktober 2008 wurde in einem ministeriellen Schreiben angekündigt, dass Lehrplan und Unterlagen der neuen Matura angepasst sein werden, wenn der erste Jahrgang, für den die Zentralmatura gilt, in die neunte Schulstufe (fünfte Klasse) kommt. Dies ist noch immer  nicht gewährleistet, obwohl die ersten KandidatInnen bereits in der zehnten Schulstufe (sechsten Klasse) angekommen sind!
-    Es stehen noch immer viel zu wenig approbierte Lehrbücher zur Verfügung.
-    Der Lehrplan ist nicht mit der neuen Matura abgestimmt
-    Zu viele jetzige sechste Klassen, die als erstes die Reifeprüfung mit zentralen Aufgabenstellungen bestehen müssen, werden weiterhin in einer Form unterrichtet, die absolut nichts mit der Neuen Matura zu tun hat.

 

Unsere Kinder haben ein Recht auf Schulunterricht, der ihnen einen sicheren individuellen Lernraum bietet und auf die abschließende Reifeprüfung abgestimmt ist. Sie dürfen nicht zu Versuchskaninchen werden!

 

Wir fordern:

 

-    Erprobte Prüfungsbeispiele und Unterrichtsmittel
-    Zielgerichtete Information und Einbindung aller SchulpartnerInnen
-    Transparenz bei Pilotierung und Evaluierung
-    Informierte und kompetente LehrerInnen
-    Aktive Unterstützung der Lehrer durch BIFIE
-    Maßnahmenplan für die Kandidaten, die die Reifeprüfung wegen der genannten Unzulänglichkeiten nicht bestanden haben

 

 

Erst was sich im Matura-Schulversuch bewährt hat, darf flächendeckend umgesetzt werden!




Schreiben zum Download: