Ferialjobs und Praktika
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Das Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetz (KJBG, BGBl, Teil I, Nr. 126/1997) beinhaltet ein grundsätzliches Verbot der Beschäftigung und Verwendung von Kindern mit Arbeiten jeder Art sowie Schutzvorschriften für Jugendliche.

Kinder: Kinder sind Minderjährige bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres oder bis zur späteren Erfüllung der Schulpflicht.

Jugendliche: Als Jugendliche im Sinne des Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetzes (KJBG) gelten Personen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Das KJBG gilt für die Beschäftigung von Jugendlichen, die in einem Dienstverhältnis, einem Lehrverhältnis oder einem sonstigen Ausbildungsverhältnis stehen.

Arbeitszeit: Das Arbeitszeitgesetz (AZG) und das Arbeitsruhegesetz (ARG) regeln die Arbeitszeit und Arbeitsruhe für alle Arbeitnehmer, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Das Gesetz über die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen (KJBG) beinhaltet die Arbeitszeitregelung für Arbeitnehmer bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, die in einem Dienstverhältnis, einem Lehrverhältnis oder einem sonstigen Ausbildungsverhältnis stehen.

An Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen dürfen Jugendliche grundsätzlich nicht beschäftigt werden. Ausnahmen gelten für das Gastgewerbe.

Arbeitszeitausmaß: Die gesetzlich zulässige Tagesarbeitszeit beträgt 8 Stunden, die Wochenarbeitszeit 40 Stunden. Diese zeitlichen Grenzen dürfen von Jugendlichen (abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen) nicht überschritten werden. Wenn Lehrlinge, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, Überstunden leisten, ist für die Berechnung des Grundlohnes und des Überstundenzuschlages der niedrigste im Betrieb vereinbarte Facharbeiterlohn bzw. Angestelltengehalt heranzuziehen.

Beträgt die Gesamtdauer der Tagesarbeitszeit mehr als 4½ Stunden, so ist die Arbeitszeit durch eine Ruhepause von mindestens einer halben Stunde zu unterbrechen. Die Ruhepause ist spätestens nach 6 Stunden zu gewähren.
Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit ist Personen unter 15 Jahren eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 14 Stunden zu gewähren. Den Jugendlichen ist eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 12 Stunden zu gewähren. Diese Ruhezeit ist innerhalb von 24 Stunden ab Arbeitsbeginn zu gewähren. Im Gastgewerbe gelten abweichende Regelungen.
In mehrschichtigen Betrieben dürfen Jugendliche ab 5 Uhr beschäftigt werden, wenn bei einem späteren Arbeitsbeginn keine zumutbare Möglichkeit zur Erreichung des Betriebes gegeben ist. Dies gilt nicht für Personen unter 15 Jahren.

Anrechnung von Berufsschulzeit: Lehrlinge sind zum Besuch der Berufsschule gesetzlich verpflichtet. Die Unterrichtszeit in der Berufsschule ist auf die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit anzurechnen, die Lehrlingsentschädigung ist für diese Unterrichtszeit weiterzuzahlen. Als Unterrichtszeit gelten die Unterrichtsstunden in den Pflichtgegenständen. Auf die Unterrichtszeit sind weiter anzurechnen: Pausen (mit Ausnahme der Mittagspause); Freigegenstände und unverbindliche Übungen im Ausmass von höchstens zwei Unterrichtsstunden; Förderunterricht; Förderkurse; Schulveranstaltungen und gewisse entfallene Unterrichtsstunden.

Wochenfreizeit: Den Jugendlichen ist wöchentlich eine ununterbrochene Freizeit von zwei Kalendertagen, in die der Sonntag zu fallen hat, zu gewähren. Diese Wochenfreizeit hat spätestens um 13 Uhr am Samstag zu beginnen.
Für Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr, die mit unbedingt notwendigen Abschlussarbeiten beschäftigt sind, hat die Wochenfreizeit spätestens um 15 Uhr am Samstag zu beginnen.
Werden Jugendliche am Samstag beschäftigt, so dürfen diese Jugendlichen am Montag in der darauffolgenden Kalenderwoche nicht beschäftigt werden.
Der Lehrberechtigte hat jedoch die Möglichkeit als zweiten Ruhetag einen anderen Wochentag als den Montag vorzusehen.

Ist der Montag Berufsschultag, dürfen Jugendliche an einem anderen Arbeitstag (Dienstag bis Freitag) der auf die Samstagsarbeit folgenden Kalenderwoche nicht beschäftigt werden.
Jugendliche, die in der auf die Samstagsarbeit folgenden Woche zur Gänze die Berufsschule besuchen, dürfen in der Kalenderwoche vor oder nach dem Ende des Berufsschulbesuches an einem anderen Arbeitstag (Montag bis Freitag) dieser Kalenderwoche nicht beschäftigt werden.

Jugendliche im Gastgewerbe haben Anspruch auf eine ununterbrochene wöchentliche Freizeit von zwei zusammenhängenden Kalendertagen. Dies gilt nicht, wenn eine Wochenfreizeit von mindestens 43 Stunden, in die der Sonntag fällt, eingehalten wird und in die folgende Arbeitswoche ein betrieblicher Sperrtag fällt, an dem der Jugendliche nicht beschäftigt wird. Im Handel dürfen Jugendliche am Samstag auch nach 13 Uhr beschäftigt werden. Sonderregelungen sind im Kollektivvertrag für das Handelsgewerbe enthalten.

Jugendliche dürfen auch in der Nachtzeit zwischen 20.00 Uhr und 6.00 Uhr nicht beschäftigt werden (Ausnahme: Im Gastgewerbe dürfen Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr bis 23 Uhr beschäftigt werden; Bäckergewerbe).

Vor- und Abschlussarbeiten: Wenn die gesetzlich vorgesehene Normalarbeitszeit überschritten wird, liegen in der Regel Überstunden vor. Lehrlinge ab dem 18. Lebensjahr dürfen zu Überstunden herangezogen werden. Für die Berechnung des Grundlohnes und des Überstundenzuschlages ist jedoch der niedrigste im Betrieb vereinbarte Facharbeiterlohn bzw. Angestelltengehalt heranzuziehen.
Zu Vor- und Abschlussarbeiten dürfen Jugendliche nur in Ausnahmefällen herangezogen werden. Jugendliche über 16 Jahre können aus zwingenden betrieblichen Gründen zu solchen Arbeiten herangezogen werden. Die Dauer solcher Mehrarbeit darf insgesamt 3 Stunden pro Woche nicht überschreiten.

Mehrarbeit ist eine Arbeitsleistung, die über die wöchentliche Normalarbeitszeit lt. Kollektivvertrag (z.B. 38 1/2 Stunden im Handel) hinausgeht, aber noch keine Überstundenleistung darstellt. Sie ist als Normalstunde zu vergüten und gilt grundsätzlich auch für Lehrlinge.

Sonstiger Schutz von Jugendlichen: Jugendliche dürfen mit Arbeiten, die im Hinblick auf ihre Konstitution und Körperkräfte oder infolge der Art der Arbeit mit besonderen Gefahren für Gesundheit und Sittlichkeit verbunden sind, nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen beschäftigt werden. Eine spezielle Verordnung regelt in diesem Sinne Verbote und Beschränkungen der Beschäftigung von Jugendlichen. Jugendliche sind zwecks Überwachung ihres Gesundheitszustandes jährlich einmal einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen (beim zuständigen Krankenversicherungsträger). Hiefür ist die erforderliche Freizeit unter Fortzahlung der Lehrlingsentschädigung zu gewähren.

Die Bestimmungen über die Gesundenuntersuchung gelten für Lehrlinge bis zum 19. Lebensjahr.

Jeder Jugendliche ist beim Eintritt in den Betrieb vom Betriebsinhaber oder seinem Beauftragten (unter Beiziehung des Betriebsrates) auf besondere Unfallgefahren des Betriebes hinzuweisen. Bei erstmaliger Benützung von Maschinen oder Verwendung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe ist der Jugendliche besonders zu belehren. Diese Unterweisungen sind zeitweise zu wiederholen.

Körperliche Züchtigung und erhebliche wörtliche Beleidigung von Jugendlichen ist verboten. Disziplinarmaßnahmen dürfen gegen Jugendliche nur verhängt werden, wenn diese in einem Kollektivvertrag oder einer Betriebsvereinbarung vorgesehen sind.

Der Lehrberechtigte, der Jugendliche ausbildet oder beschäftigt, hat ein Verzeichnis der Jugendlichen zu führen (Inhalt: Name, Geburtsdatum, Eintrittsdatum, Beschäftigungsart, Aufzeichnungen über die geleisteten Arbeitsstunden, Urlaubsaufzeichnungen, Namen und Wohnort der gesetzlichen Vertreter des Jugendlichen).

Nicht unter den Begriff der Kinderarbeit fällt die Berufspraktische Woche die eine Schulveranstaltung im Rahmen des Polytechnischen Lehrganges ist. Der Schüler hat hier in einem Zeitraum von höchstens 7 Tagen (tatsächliche Dauer ist länderweise verschieden) die Möglichkeit, in ausgewählten Betrieben den Arbeitsalltag mitzuerleben.

Schülervertretern und Mitgliedern des Landes- und Bundes-Schülerbeirates ist während der Unterrichtszeit die zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben erforderliche Freizeit unter Fortbezahlung des Entgeltes zu gewähren. Mitgliedern eines Landes-Schülerbeirates und des Bundes-Schülerbeirates ist darüber hinaus die für die Teilnahme an Landes- und Bundes-Schülerbeiratssitzungen erforderliche Freizeit unter Fortzahlung des Entgeltes zu gewähren.

Außerhalb des Betriebes dürfen Jugendliche nicht zur Beförderung höherer Geld- und Sachwerte unter eigener Verantwortung herangezogen werden.

Der Lehrbetrieb hat ein Verzeichnis der Jugendlichen zu führen, aus dem auch Aufzeichnungen über die geleisteten Arbeitsstunden und deren Entlohnung ersichtlich sind, und muss das KJBG an einer allen zugänglichen Stelle im Betrieb auflegen.

Das KJBG legt außerdem fest, dass der Jugendliche auf sein Verlangen mindestens 12 Werktage seines jährlichen Urlaubsanspruches für die Zeit zwischen 15. Juni und 15. September vereinbaren kann. Die Überwachung der Einhaltung der Vorschriften Über die Beschäftigung von Jugendlichen obliegt den Arbeitsinspektoraten .

Die Übertretung des Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetzes wird von den Verwaltungsbehörden verfolgt.

( Quelle:Wko.at )