Stellungnahmen
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Fortbildung bedeutet Kompetenz

Die Diskussion, ob Lehrer die nötige Qualifikation haben, ist in jedem Fall berechtigt. Schließlich haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, die künftige Generation auszubilden. Mit Recht darf sich jeder Schüler (und deren Eltern) erwarten, mit der nötigen Kompetenz unterrichtet zu werden.

Ob 2 ½ Stunden in der Woche (lt. Lehrergewerkschaft) oder 2 schulautonome Tage im Jahr (lt. Pflichtschul-Elternvertreter): wie kann man die Qualität der Fortbildung in Minimumzeit messen?

Die Thematik ist viel komplexer und sollte daher auch nur in seinem ganzen Umfang diskutiert werden.

  • Lehrer haben sich, wie Andere, im Berufsleben Stehende auch, regelmäßig weiterzubilden. Sie müssen ihr Wissen auf den letzten Stand bringen, da sie als Fachleute gelten (wollen). Das ist ihr Auftrag und dafür werden sie bezahlt.
  • Um das erworbene Wissen entsprechend unterrichten zu können, sind jene Rahmenbedingungen zu schaffen, die einen kompetenten Unterricht ermöglichen.
  • Am Schulstandort ist ein Konzept zu entwickeln (Schulprofil): Fortbildungskurse, Zusatzangebot, Freigegenstände, Förderkonzept.... alle Aktivitäten müssen entsprechend abgesprochen sein und zu einem gemeinsamen Ziel führen.
  • Weiterbildung, die nicht angewendet werden kann, wäre nur die „Zeit totschlagen“. Es muss daher regelmäßig evaluiert werden, ob der Zeitaufwand und der Effekt in einer gesunden Relation stehen.
  • Persönliche Weiterbildung, die nicht unmittelbar im beruflichen Zusammenhang steht, ist auch einem Lehrer zuzustehen. Sie darf aber nicht auf Kosten von Fehlstunden in der Unterrichtszeit stattfinden.
  • Ein Schulleiter muss eine Übersicht über den Fortbildungstand seiner Mitarbeiter haben.
  • Es Schulleiter muss die Möglichkeiten haben, ein Team zu bilden, das bereit ist ein gemeinsames Konzept mit zutragen und sich von jenen Lehrern zu trennen, die nicht am gemeinsam Ziel mitarbeiten.

Die Ausarbeitung eines Standortbezogenen Förderkonzepts, das bis zum Schulbeginn 2006/2007 in allen Schulen erstellt werden muss, kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Defizite am Schulstandort zu erkennen und entgegen zu wirken. Die regelmäßige Lehrerfortbildung ist e i n Beitrag.

Auch die Schüler werden an sich arbeiten müssen. Was nützt ein motivierter, gut ausgebildeter Lehrer, wenn er einer unwilligen Klasse gegenüber steht. Selbständiges Arbeiten kann nicht nur gelehrt werden, Schüler müssen es auch selber umsetzen.

Fordern und Überfordern gilt auch gegenüber der Lehrerschaft. Sie muss nicht alles können, aber im gewählten Unterrichtsfach kann Kompetenz erwartet werden. Viele erfüllen diese Anforderung. Manche sind fehl am Platz. Auch das darf man sagen. Und hier muss man handeln. Wie in jeder anderen Berufssparte auch.

Es werden sich jene Schulen durchsetzen wo Qualität nicht nur drauf steht sondern auch drin ist. Fortbildung bedeutet Kompetenz: ein wichtiges Kriterium für unsere Kinder.

Wien, 23. März 2006

Im Namen der Vorstandes
Margit Johannik
Rückfragen unter: 0699-1013 1388

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