Stellungnahmen
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Dr.Ulf Scheriau -Bundesvorsitzender für den mittleren u. höheren Schulbereich nimmt Stellung.

Nicht Eltern bestimmen, sondern Eltern werden gezwungen aus dem vorhandenen Angebot wählen zu müssen. Sie werden gezwungen, Kompromisse auf Kosten der Kinder einzugehen. Es sind Tendenzen erkennbar, dass sich die Schullaufbahn zu einer Privatangelegenheit der einzelnen Familien entwickelt, weil die Schulverwaltung auf den extremen Handlungsbedarf in ihren eigenen Reihen nicht reagiert. Immer mehr Familien müssen Mängel des Schulsystems durch Nachhilfestunden ausgleichen.

Statt in bessere Schulen zu investieren, überlässt der Staat das Kompensieren von Mängeln dem Elternhaus und bewirkt damit eine Beschleunigung von sozialen Unterschieden (wer kann sich die Unterstützung seiner Kinder noch leisten?)

Verschärft wird die Situation zudem noch insbesondere dadurch, dass unser Schulsystem ein träges System ist, das von einem überzogenen ministeriellen Verwaltungsapparat gesteuert wird. Ein Apparat, der sich selbst lahm legt, der ohne Einschränkungen in Bereiche investiert (siehe ständig expandierende Expertenrunden), die den Apparat noch schwerfälliger machen auf Kosten der Flexibilität und Qualität, dadurch enorme Ressourcen bindet und nicht die Kraft findet, sich vor Ort an den Schulen zu verbessern.

Man kann sich seitens der Schulverwaltung nicht ständig dringend benötigter Reformschritte entziehen und vom Elternhaus die dadurch verursachten notwendigen Ersatzleistungen in Form von Eigenleistungen und Nachhilfestunden fordern und aufgrund des fehlenden Angebotes dann dem Elternhaus vorwerfen, dass die Kinder in die falsche Schule geschickt werden.

Geboten wäre, sich diesbezüglich dem finnischen System anzunähern, dort sind nahezu alle Ressourcen, die mit Schule zu tun haben, vor Ort an der Schule konzentriert.

In diesem Zusammenhang fehlen:

  • verbesserte Schulangebote in den Bezirksstädten
  • verbesserte Infrastruktur hinsichtlich der Erreichbarkeit der Schulstandorte
  • verbesserte ganztägige Schulangebote
  • verbesserte Durchlässigkeit und Vielfalt des Angebotes, um den Neigungen des Schülers bestmöglich entsprechen zu können
  • verbesserte Entscheidungshilfen für die Erziehungsberechtigten.

 

Rückfragen richten Sie bitte an:
Bundesvorsitzender: Dr. Ulf Scheriau 0676-7878975 oder
Bundesgeschäftsführerin: Johannik Margit 0699-10131388