Presseaussendungen
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Begutachtung des Schulrechtspaketes - Bundeselternverband kritisch zu einzelnen Punkten.

Wien, 05.5.2016    Am heutigen Tag endet die Begutachtungsfrist für das „Schulrechtspaket“. Der BEV begrüßt erste vorsichtige Schritte  in Richtung einer Veränderung, sieht jedoch noch großen Bedarf zur Nachjustierung.


Keine Einbindung der Schulpartner

Zum Wiederholten Male erfolgte leider keine Einbindung der Betroffenen, also der Schulpartner (Vertreter der Schüler, Lehrer und Eltern), im Vorfeld der Erarbeitung der Gesetzesentwürfe. Innerhalb sehr kurzer Zeit musste zu dieser sehr umfangreichen und komplexen Vorlage geantwortet werden.  Wieviel leichter wäre es, mit einer rechtzeitigen Einbindung gemeinsam an der Verbesserung zu arbeiten. BEV Präsident Gernot Schreyer: „Wir fordern die Verantwortlichen der Regierungskoalition dringend dazu auf, die Schulpartner endlich rechtzeitig einzubinden. Durch die Rückkopplung zu den Elternvereinen vor Ort wissen wir ganz genau, wo der Schuh drückt und was funktionieren kann. Nur durch die frühzeitige Einbindung auf Bundesebene können Reformprojekte erfolgreicher und konfliktfreier durchgeführt werden.  Gleiches gilt für die weiteren, bevorstehenden Änderungen. Entscheidend ist dabei für uns die gesetzliche Verankerung der Schulpartner auf Bundes- und Landesebene!“


NOST Verschiebung – leider nur teilweise Einbindung des SGA vor Ort

Im vorliegenden Entwurf besteht die „Einbindung“ des SGA lediglich in einer Anhörung und das nur im Falle des Verschiebens der Neuen Oberstufe. Für den regulären Start der NOST, muss der SGA erst gar nicht gefragt oder informiert werden. Gernot Schreyer „Wir fordern ganz klar, dass der SGA in jedem Fall nicht nur angehört werden muss, sondern dass an jedem Standort in diesem Gremium auch die Entscheidung getroffen wird! Das ist ein wichtiges Signal in Richtung Aufwertung der Schulautonomie unter Beteiligung der Schulpartner an der jeweiligen Schule.“


Zusammenlegung von Technischem und Textilem Werken

Wir begrüßen die Absicht Mädchen und Buben in beiden Fächern ausbilden zu wollen. Das kann jedoch nur über den verpflichtenden Unterricht in beiden Gegenständen erfolgen. Der vorliegende Vorschlag bedeutet hingegen eine radikale Reduktion der Lerninhalte um 50% und damit wieder ein Vermindern von Inhalten einer dringend benötigten Allgemeinbildung. Zusätzlich ist qualitätsvoller Unterricht durch wesentlich zu große  Lerngruppen nicht möglich. Außerdem sind, österreichweit die Räumlichkeiten, zB Werkräume, für die doppelte Schülerzahl gar nicht vorhanden. Weiters befürchtet der BEV, dass durch die dann zunehmend „kompetenzorientierte“ Vermittlung von Inhalten keine praktische Anwendung mehr erfolgt. Der BEV spricht sich eindeutig gegen diese Maßnahme aus.  


„Datenernte“ in Bundesschulen

Was bisher bereits geübte Praxis ist, wird jetzt neuerlich legitimiert, die umfangreiche Sammlung und Speicherung von Schülerdaten, ohne dass Eltern und Erziehungsberechtigte jemals gefragt werden. Der BEV fordert ein sofortiges Ende der staatlichen „Datenernte“ und die Rückgabe der Datenautonomie an die Eltern!

Der Bundesverband der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs vertritt die Interessen von ca. 650.000 Erziehungsberechtigten von rund 400.000 Schülern an über 1.180 Schulen in Österreich.

Rückfragen:
Akad FDL Gernot SCHREYER
Präsident Bundeselternverband
0676 / 430 0850