Medienberichte
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HEUTE vom 09.02.2011
Von Elias Natmessnig
 
- Bedenklicher Trend: Mehr als 300.000 Schüler brauchen bereits eine zusätzliche Lernbetreuung
- Weil die Zahl der Lehrer immer weiter sinkt, sollen Pensionisten und Studenten den Unterricht halten
Für viele Eltern war das Semesterzeugnis ein Schreck: Jeder sechste Schüler hatte einen Fünfer , jeder vierte ist gefährdet. Also muss der Spross zur Nachhilfe. Knapp 140 Millionen Euro werden pro Jahr dafür ausgegeben, errechnete die AK. Einen wahren Boom erlebten zuletzt Nachhilfeinstitute wie das "Lernquadrat".

Deren Chef Konrad Zimmermann konnte mit 6,2 Millionen Euro Umsatz 2010 ein Rekordjahr verbuchen. Er kritisiert das Fehlen einer tiefgreifenden Schulreform und nimmt die Eltern in die Pflicht: "Der Einzige der am Nachmittag spricht, ist oft der Fernseher." Die Eltern stoßen sich wiederum an den Kosten: "Wir wollen nicht länger für die Versäumnisse in der Schulpolitik zahlen", sagt Elternvertreter Theodor Saverschel.

"Wir haben an den Schulen einen Systemfehler", gesteht auch Lehrergewerkschafter Jürgen Rainer ein. Und noch ein Problem tut sich auf: Obwohl die große Pensionierungswelle erst bevorsteht, gibt es schon jetzt Lehrermangel. In einigen Schulen unterrichten deshalb pensionierte oder noch nicht fertig ausgebildete Lehrkräfte die Kinder.